Aktuelles


Seit Mitte Juli 2021 arbeitet Max E. Keller an einem Auftragswerk der Società Italiana Musica Contemporanea SIMC für das Festival Dante. Das Sextett für Flöte, Klarinette, Violine, Viola, Violoncello und Klavier wird im Herbst 2021 in Mailand uraufgeführt werden.

Mitte Juli 2021 hat Max E. Keller ein neues Werk beendet: miteinander - zerfasern -verweigern für Flöte, Bassklarinette, Schlagzeug und Violine. Es wird an der pyramidale#20 | TRANSITION 17. + 18. + 19. September 2021 in Berlin durch das Ensemble Broken Frames Syndicate (Offenbach a.M.) uraufgeführt. Es spielen: Katrin Szamatulski, Flöte / Moritz Schneidewendt, Klarinette / William Overcash, Violine / Yu-Ling Chiu, Schlagwerk. Der Titel ist als Prozess zu verstehen, der sich zwischen den Instrumenten abspielt und der den grossformalen Rahmen bildet, quasi ein Prozess der Entfremdung, eine "Transition" hin zur Auflösung.

Am 29. Juni 2021 hat das Duo Diversitas (Evgeniya Spalinger - Flöte & Marisa Minder - Gitarre) in seinem Programm "Fuga dal Getto" Dialog, Einheit, Kontrast (2020) in der Villa Sträuli, Winterthur gespielt. SRF 2 Kultur hat das Konzert aufgenommen und am Mittwoch, 14. Juli 2021 gesendet. Am 28. August 2020 hatte das Duo das Werk an den Randspielen Zepernick (bei Berlin) uraufgeführt. Weitere Aufführungen waren am 23. September 2020 in der Reihe Neue Kammermusik, Fulda und am 27.Juni 2021 in der maison 44 in Basel. Ausserdem wird das Duo - nach mehreren Verschiebungen - im Frühjahr 2022 das Werk in der Konzertreihe "Die Rote Brille" in Wien spielen.

Im März 2021 hat Keller Morgenstunde für Sopran, Akkordeon und Violine nach einem eigenen Text geschrieben. Das Werk ist am 8. Juni in "Unerhörte Musik" in Berlin uraufgeführt werden, ein Konzert zum 75. Geburtstag von Gabriel Iranyi. Es spielten: Ramina Abdulla-zade (Sopran), Biliana Voutchkova (Violine) und Christine Paté (Akkordeon).

Am 27. April fand in Berlin ein Konzert zum 70. Geburtstag von Ralf Hoyer statt. Vorgesehen war, dass Egidius Streiff neben Hoyers "Zustand 7" (2015) für Violine und Zuspiel auch Kellers NONONONO spielt, aber Egidius Streiff konnte wegen Corona nicht von Basel nach Berlin reisen. Das Konzert fand daher im live-stream statt. Claudia Herr sang das Sopransolo Uf Ärde (2003), eine Art umgekehrte Variation über das schöne, alte Volkslied "S'Vreneli ab em Guggisbärg": Man nähert sich aus weiter Ferne der Originalmelodie. Uf ärde ist ursprünglich für den Bariton Claudio Danuser geschrieben worden, der am Festival Roaring hoofs in der Mongolei in seinem Programm auch Werke präsentieren wollte, die etwas mit Schweizer Folkore zu tun haben. Margrit Hess hat 2014 das Solowerk in der Sopranversion in Graz uraufgeführt.

Anfang 2021 hat Keller auf Anregung von Violeta Dinescu Risposta al Goldberg für Flöte und Klavier komponiert, eine "Antwort" oder Contrafaktur auf die Variatio 26 der Goldberg-Variationen von J.S. Bach. Verschiedene Komponisten wurden gebeten, sich mit einer der Goldberg-Variationen kompositorisch auseinanderzusetzen. Das Projekt von Violeta Dinescu und Michael Heinemann beabsichtigt, die verschiedenen Werke in einem Sammelband zu veröffentlichen. Die Uraufführung des Gesamt-Werks war für Oktober 2021 in Dresden geplant, muss aber wegen Corona auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Es soll auch einer CD erscheinen.

Im Jahre 2018 wurde Max E. Keller gefragt, für das Konzertdiplom von Tina Reynaert (1991) ein kurzes Klaviersolo zu schreiben. So entstand mit Anlauf: zwischen Wiederholungen eines Themas nehmen andere Ideen Anlauf, gewinnen an Lebendigkeit und Kraft und entwickeln sich zu einem veritablen Finale. So setzt sich durch, was zunächst schwach und schüchtern erscheint. Im Februar 2021 wird die Belgierin Tina Reynaert ihre zweite CD The Hour of the Wolf herausbringen, mit dem kleinen Klavierstück.

Am 18. November 2020 war vorgesehen, dass Claudia Weissbarth das Flötensolo Capriccioso in der Berner Konzertreihe L'art pour l'Aar aufführt. Wegen Corona wird das Konzert verboten, ein Termin steht noch nicht fest. Am Dienstag, 24.8.2021 spielt sie das kurze Werk im Haus zur Musik in Basel. Die Uraufführung hatte Claudia Weissbarth am 24.10.2019 in Oldenburg gespielt. Das kurze Werk ist eine Reaktion auf die 4. Caprice in A -Dur von Anton Stamitz (1750-1798). Er war - ebenfalls Geiger und Komponist - der Sohn von Johann Stamitz, dem Vater der Mannheimer Schule, welche durch die sog. "Mannheimer Manieren" bekannt wurde, so etwa der "Mannheimer Seufzer" oder die "Mannheimer Rakete".

Die Konzerte des Ensemble Horizonte vom 4.November in Winterthur, vom 5. November in Bern und vom 6. November in Bonn müssen wegen Corona ausfallen. Auf dem Programm stand u.a. Holzschnitte. Die Konzerte werden am 22. Sept. 2021 (Bern) und am 23. Sept. (Winterthur) nachgeholt.

Die Zürcher Konzertreihe "Rezital" von Werner Bärtschi feiert am 30. Oktober das 40-jährige Jubiläum. Werner Bärtschi wird 40 kurze Klavierstücke spielen, darunter das zweite der Vier Klavierstücke (1993). Leider muss das Konzert mit Feier wegen Corona ausfallen, es wird aber am 23. August 2021 im Konservatorium Zürich nachgeholt.
Die Stücke III und IV wurden übrigens 1995 in Montevideo, I-IV in Krakow 1996 uraufgeführt.

Das Ensemble Horizonte unter Leitung von Jörg-Peter Mittmann hat am 4. Oktober 2020 im Schlusskonzert des Hörfest im Hangar 21 (Detmold) Wanawizzi II (2012) für Flöte, Klarinette, Violine und Violoncello interpretiert. In unserer Welt finden sich zahlreiche wahnwitzige Widersprüche: unzählige Menschen verhungern, obwohl weltweit genügend Nahrung produziert wird usw. "wanawizzi" (althochdeutsch für Wahnwitz) transformiert solche Antagonismen in den Bereich musikalischer Prozesse. Das Konzert wird vom WDR mitgeschnitten. Die Uraufführung war 2012 an der Deutschen Oper Berlin durch Musiker des Opernorchesters erfolgt.

Am 26.September hat Erik Drescher Solfeggio für Flöte solo in der Tramophonie der Pyramidale Berlin gespielt. Zum 200. Geburtstag Friedrich des Grossen erhielten 70 Komponisten die Möglichkeit, ein Solfeggio zu komponieren. Keller entschloss sich, das Thema aus Bachs "Musikalischem Opfer", das angeblich vom flötenspielenden König stammt, in eine 12-Ton-Version zu verwandeln, die in einem imposanten Accelerando wiederholt werden soll.

An der pyramidale#19 in Berlin, unter dem Titel "L U F T", hätte am 24. September 2020 um 21 Uhr Max E. Keller / Piano (CH) und Dietrich Petzold / Violine (D) spielen sollen. Ein freies, improvisatorisches Spiel über mancherlei Grenzen, so auch zum Optischen hin, indem die Künstlerin DESSA / Transoundart (CH) mit spontanen, bildnerischen Beiträgen sich an der Improvisation beteiligt. Leider hat Keller als 73-Jähriger mit einschlägigen Vorerkrankungen schweren Herzens auf die Reise verzichten müssen. Susanne Stelzenbach hat an seiner Stelle gespielt.
Am Tag davor, 23. September, hätte Max E. Keller (Piano) zusammen mit Dietrich Petzold (Violine) und Matthias Bauer (Kontrabass) im Kühlspot Berlin improvisieren sollen - hier sprang die französische Pianistin Celine Voccia ein, die in Genf studiert hat und nun in Berlin lebt. https://kuehlspot.com/kalender.html

Am 15.August 2020 lief im Deutschlandfunk die Sendung Revolte im Elfenbeinturm, eine kluge und abwechslungsreiche Darstellung der Rebellion von 1970 der Teilnehmer der legendären Ferienkurse in Darmstadt gegen die autoritäre Führung und einseitige Programmgestaltung durch einen kleinen Zirkel um K. Stockhausen, A. Kontarsky und S. Palm. Anna Schürmer arbeitete mit vielen Originalaufnahmen, aber auch mit aktuellen Statements, z.B. von Max E. Keller - damals als 68er einer der Protagonisten - und Peter M. Hamel über die damaligen Ziele und Vorgänge. Ausserdem waren Ausschnitte z.B. aus Sicher sein ... zu hören, einem Politstücke, das 1975 entstanden ist.

Siebensang (1995) für Flöte Solo feiert eine kleine Auferstehung: Ende August 2020 hat Evgeniya Spalinger in Berlin eine Aufnahme gemacht, zusammen mit Miniatur, ev. für eine CD zu Kellers 75. Geburtstag in zwei Jahren. Sie hat die Stücke bereits früher aufgeführt.

Im Juni hatte Antonella Bini in Genua die Idee, Corona damit die Stirn zu bieten, dass sie zu Hause Werke für Youtube aufnimmt. Und so hat sie auch Siebensang ausgewählt und vor kurzem veröffentlicht: https://www.youtube.com/watch?v=ionlyMf4zp8

Beim sommerlichen Aufräumen kam ein Programm der Queen's University School of Music (Kingston, Kanada) zum Vorschein: Am 1.März 2004 hat Matthias Würsch hier das Schlagzeugsolo Food gespielt.
Insgesamt gesehen sind Werke von Keller damit in 43 Ländern aufgeführt worden.
Food wird auf 6 Tellern, 3 Gläsern, Pfannendeckeln, kleinen Becken u.ä. gespielt, wobei der Spieler quasi essend an einem Tisch sitzt und auch vokal agiert. Essen wird als Ritual inszeniert und zelebriert - in einer Welt, in der nach wie vor viele Menschen hungern. Das Werk entstand 1997-99 und erlebte 2001 seine Uraufführung, danach hat es Matthias Würsch mehrfach in der Schweiz und in Südamerika zelebriert, so etwa 2002 im Gare du Nord Basel oder in Sucre (Bolivien).
Christoph Waltle präsentierte das Werk 2002 im Winterthurer Gewerbemuseum im Konzert "La Revue de Cuisine" im Rahmen der Ausstellung "Food Design".
Gerhard Schenker spielte das Werk 2003 in Leipzig und 2006 in Berlin.
Sebastian Hofmann baute Food in sein Programm "Zimmerstunde" ein, das er 2005 mehrfach in der Schweiz, in Berlin und in Bamberg präsentierte.

stillstehen, aufsteigen, improvisieren für Flöte, Klarinette, Fagott, Violine, Violoncello und Klavier ist am 27. September 2020 in Winterthur durch das Ensemble Aventure (Freiburg i.Br.) uraufgeführt worden. Weitere Aufführungen: 28. September 2020, Elisabeth Schneider Stiftung Freiburg und Freitag; 16. Oktober 2020, Französische Kirche Bern, Le Cap.

Das Ensemble via nova aus Weimar hat am 4. September in seiner Reihe "Transform" in Erfurt Kellers klären und fokussieren vorgestellt, zusammen mit einer Uraufführung von Gerhard Stäbler und Werken Henry Mex, Paul Hauptmeier u.a. In den 70er Jahren waren Gerhard Stäbler und Max E. Keller zusammen mit Willem Schulz im Trio NED unterwegs, das sich mit Improvisation und mit graphisch oder verbal notierten Werken von Earl Brown, Morton Feldman, John Cage, Silvano Bussotti, Anestist Logothetis u.a. beschäftigt hat.

Ein Ausschnitt aus Holzschnitte war in einer WDR-Sendung am 19.2.2020 zu hören.

Ende Januar 2020 beendete Max E. Keller zwei Duos. Dialog - Einheit - Kontrast für das Duo Diversitas: Evgeniya Spalinger (Flöte) und Marisa Minder (Gitarre) haben das Werk an den Randspielen Berlin Ende August 2020 uraufgeführt.
Weitere Aufführungen sind in Wien, Fulda, Basel und Winterthur vorgesehen. Die drei Stichworte des Titels umschreiben die Grundmuster, an denen sich die Komposition orientiert, und zwar zum einen im Verhältnis der beiden Instrumente zueinander als auch in der Faktur der einzelnen Stimme.

Für Ulrike Mayer-Spohn (Bassblockflöte) und Javier Hagen (Tenor/Contratenor) ist Ende 2019/Anfang 2020 Muss verboten werden entstanden. Der Text des Komponisten besteht aus Satzfragmenten wie "Muss verboten werden", " Muss geregelt werden", "Muss umerzogen werden". Er sagt nicht, wer was verbieten will, aber er markiert eine gesellschaftliche Tendenz zur Bevormundung. Die Musik ist gleichsam die Gegenwelt: frei, anarchisch, improvisando, ungeregelt.

Claudia Weissbarth hat 24.10.2019 an der Universität Oldenburg Capriccioso für Flöte solo uraufgeführt, eine "Reaktion" auf das Caprice IV für Flöte solo von Anton Stamitz.
Das von der Komponistin Violeta Dinescu initiierte Programm VIS - À - VIS basiert auf der Idee, Komponisten von heute mit Werken zu konfrontieren, die zu den Klassikern des Repertoires für unbegleitete Soloflöte zählen.
Am 18. November 2020 soll Claudia Weissbarth das Werk in der Berner Konzertreihe L'art pour l'Aar nochmals spielen.

Vom 8.-12. Oktober hat Max E. Keller an der Arbeitswoche Landesjugendensemble Thüringen an der Landesakademie Sondershausen mitgewirkt, insbesondere an den Proben zu seinem neuen Werk contrapposizioni mit Egidius Streiff als Solisten. Es kam am 11.Oktober unter der Leitung von Romeo Wecks zur Uraufführung.

Am 2. Oktober hat Max E. Keller am Podiumsgespräch über "Der Berliner Klang - Gibt es ihn?" im Rahmen des Festivals Oaarwurm im Kulturhaus Alte Feuerwache Berlin teilgenommen.

Am 7. September 2019 hat das Weimarer ensemble via nova an der Pyramidale Berlin das neue Werk klären und fokussieren zur Uraufführung gebracht. Die Pyramidale stand 2019 unter dem Thema "Awareness of Time". Am 4. Oktober wiederholte das Ensemble die Komposition an den Randspielen in Zepernick (Berlin) und spielte sie Ende Mai 2020 an den Weimarer Frühjahrstagen für zeitgenössische Musik ein drittes Mal. Via nova ist regelmäßig auf Konzertpodien und Festivals in ganz Europa zu Gast. Höhepunkte waren zuletzt Konzertreisen nach Italien, Großbritannien, Korea und Polen.

Am 5. September 2019 hat SRF 2 das Chorstück Abschied gesendet, in der Aufnahme des Vokalensembles LES VOIX unter der Leitung von Nicolas Farine. Text und Musik hat Max E. Keller 2011 geschrieben aus der Betroffenheit über den Tod seiner Mutter.

Am 1. September 2019 präsentierte das Ensemble Horizonte (Detmold) zusammen mit Julia Wahren das Programm "Splitter" im Forum Jacob Pins in Höxter. Teil von "Splitter" ist Mobile, das in einer szenischen Version von Julia Wahren und dem gesamten Ensemble aufgeführt wurde.

Am 29. August 2019 haben Evgeniya Spalinger (Flöte), Marisa Minder (Gitarre) das Duo Skizzen am 5. Berliner Festival für komponierte Musik "Oaarwurm" in der Brotfabrik Berlin aufgeführt. Von diesem Werk findet sich auf https://www.youtube.com/watch?v=vzcLhfkc6BU eine ausgefeilte Videoproduktion.

Evgeniya Spalinger
(Flöte), Marisa Minder (Gitarre) und Viviane Hasler (Gesang) haben am 18. August 2019 Deformationen in der Sankt-Annen-Kirche Zepernick (bei Berlin) präsentiert. Bereits am 11.8. haben die drei Musikerinnen das Werk in Basel gespielt. - Die Komposition ist 1998 entstanden und in Rio de Janeiro durch das Ensemble TaG uraufgeführt worden. Danach haben Eiko Morikawa (Sopran), Sarah Hornsby (Flöte) und Daniel Göritz (Gitarre) das Werk verschiedentlich aufgeführt und 2003 auch auf CD eingespielt.

 

 

aktualisiert am 26.07.21